Braucht das Land mehr Bauernhöfe?

Nicht überall, wo Bio draufsteht, ist auch Bio drin. Das wissen zwar inzwischen alle, aber unverdrossen wird gekauft, was das Zeug hält.
Wie jetzt bekannt wurde, betrug der Umsatz der Branche im Jahr 12 rund 7 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 6 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Ergebnis: die Bauern kommen nicht mehr mit der Produktion nach. Brauchen wir also wieder mehr glückliche Schweine und Kühe? Oder ist auch das nur Geldmacherei?

Als es anfing mit dem Bio-Gemüse und den entsprechenden Läden war „Bio“ ein Nischenprodukt und ein wenig von der Allgemeinheit belächelt, ob der Liebe zu Körnern und glücklichen Tieren. Studien haben aber aktuell ergeben, dass rund ein Drittel der Bevölkerung zu denen gehört, die regelmäßig zu Bio greifen. Davon noch einmal die Hälfte kauft sogar hauptsächlich diese besonders gekennzeichneten und teureren Lebensmittel ein.

Der Bio Markt ist nun schneller gewachsen, als der Lebensmittelmarkt an sich. Nächste Woche, ab 13.2., gibt es die größte Messe der Öko-Branche in Nürnberg, die „Biofach“. Dort wird man sich über die Erfolge freuen, aber es treten dadurch auch Probleme auf.

Denn so schön es ist, dass Verkaufszahlen und Verkaufsflächen steigen – die Produktion stagniert. Denn es gibt nicht plötzlich mehr landwirtschaftliche Fläche. Das führt zu steigenden Importen. Ein anderes Problem: meist können Bauern, die herkömmlich produzieren, ebenfalls höhere Preise verlangen, daher ist der Anreiz gering, auf Bio umzustellen. Denn dies bedeutet auch Investitionen und Umstrukturierungen, Risiko und Neuland für die Landwirte, und das sogar im Wortsinn. Denn einige Zeit (meist zwei bis drei Jahre) müssen die Bauern Bio produzieren, ohne ihre Ware als solche verkaufen zu dürfen. Erst dann bekommen sie das begehrte Siegel und damit auch die höheren Preise. In dieser Zeit verdienen sie weniger, und das bei höheren Kosten.

Planungssicherheit gibt es auch nicht, denn die von der Politik zugesagte Unterstützung wird von den Ländern auch schnell man wieder gestrichen, wenn man meint, das Geld anderweitig dringender zu brauchen.

Bildquelle: © Simone Hufnagel / PIXELIO