Ist die Sorge vor einer Immobilienblase unbegründet?

Seit einiger Zeit waren Immobilien so begehrt wie nie. Das lag zum einen daran, dass viele sich ein Eigenheim zulegten, weil die Finanzierungszinsen günstig waren. Zum anderen daran, dass Anleger damit spekulierten.

Inzwischen führte das dazu, dass die Angst um ging vor dem Platzen dieser Blase. Doch Experten meinen, dass das unbegründet sei – denn die Immobilienpreise waren jahrelang zu gering.

Die Preise für Häuser wie Wohnungen steigen und steigen. Vor allem in den Großstädten wie München sind die Preise horrend geworden. In der Schweiz hat man bereits die Notbremse gezogen und fährt die Vergabe von Hypothekenkrediten herunter. Ist das auch hier zu befürchten?

Es gibt schließlich Beispiele, bei denen nach jahrelangen Preisanstiegen bei den Immobilien der große Knall nicht auf sich warten ließ. So in den USA, Irland oder Spanien. Die Folge war ein Abschwung der Wirtschaft. Und damit viele Arbeitslose und Verluste in Milliardenhöhe.

Allerdings ist, so sind sich Experten sicher, eine solche Angst in Deutschland unbegründet. Und ist man von Seiten der Banken zu vorsichtig, drohen auch wirtschaftliche Nachteile. Man ist sich sicher, dass die Verteuerung der Immobilien in den letzten Jahren nur eine Korrektur darstellt der über Jahre viel zu niedrig angesetzten Preise.

Immer weniger Wohnraum für das gleich Geld

Die Bundesbank hat Berechnungen angestellt, bei denen seit 2005 an bestimmten Standorten die Preise für Neubauten um die 20 % gestiegen sind. Doch der Wiederverkaufswert liegt heute noch unter den Preisen der frühen 90er Jahre. Das bedeutet: das Haus und Wohnung heute real weniger wert sind als vor 20 Jahren, aber die Steigerung der Wirtschaftsleistung um 12 % seither dabei unberücksichtigt bleibt.

Auch wenn uns heute in Deutschland die Preise für Wohneigentum hoch vorkommen- vor der Teuerung waren die Quadratmeterpreise in den Großstädten nur rund ein Viertel so hoch wie in vergleichbaren Städten Europas, beispielsweise Frankreich oder Spanien.

Daran sieht man, dass der Wohnraum im Vergleich mit anderen europäischen Ländern, aber auch im Vergleich zu den hiesigen Einkommen immer noch relativ billig ist.

Im Idealfall bilden die Entwicklung von Immobilienpreis und Wirtschafskraft eine Parallele. Und solange diese nicht völlig aus dem Ruder läuft, sind übertriebene Ängste nicht angebracht.

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