Kindergeld auch für verheiratete, volljährige „Kinder“?

Der Kindergeldanspruch besteht auch nach der Volljährigkeit, also nach dem 18. Geburtstag weiter, wenn das Kind noch in der ersten Ausbildung ist. Was aber ist, wenn das Kind in dieser Zeit heiratet? Bislang wurde für den Kindergeldanspruch das Einkommen der Eltern herangezogen. Ist man verheiratet, trat an diese Stelle das Einkommen des Ehegatten.

Am 30. November 2012 wurde darüber nun ein Urteil gefällt, vom Finanzgericht Münster. Dieses besagt, dass die eigenen Einkünfte oder Bezüge des Ehegatten nicht mehr zur Berechnung herangezogen werden.

Zugrunde liegt ein Fall, bei dem die Mutter eines solchen Kindes Kindergeld beantragte. Die Familienkasse hatte dem Antrag nicht stattgegeben, mit der Begründung, dass der Ehemann für den Unterhalt der Tochter verantwortlich sei und nicht nachgewiesen werden konnte, dass dessen Einkommen zu niedrig dafür sei.

Das Gericht gab der Klage nun statt und der Klägerin recht. Das Kindergeld steht der Mutter weiter zu, da sich das Kind in der ersten Berufsausbildung befindet. Eine Gesetzesänderung ab 2012 besagt, dass die eigenen Einkünfte des Kindes nicht mehr relevant sind. Zuvor gab es einen Freibetrag von 8.004 Euro, die ersatzlos gestrichen wurde. Dementsprechend dürfe auch die Einnahme des Ehemannes nicht herangezogen werden. Ebenso gilt dies für die Wartezeit, die eventuell bis zu Beginn einer Berufsausbildung oder eines Studiums entsteht.

Da das Kindergeld ohnehin nur noch bis zum 25. Lebensjahr gezahlt wird (früher 27), wird die Zeitspanne, in der es zu solchen Regelungen kommt, immer geringer. Jedoch ist die Entscheidung der Richter wegweisend und sollte alle Betroffenen dazu anhalten, sich ebenfalls gegen Ablehnungen durch die Familienkasse zu wehren.