Was ist eigentlich Inflation und kann sie auch Chancen bieten?

Vor allem bei Anlegern, aber auch allgemein in der Wirtschaft, geht es immer häufiger um die Inflation, deren Höhe und Auswirkungen. Doch was ist das eigentlich und warum ist sie so gefürchtet?

Die Finanzkrise ist noch nicht beendet, und welche Auswirkungen sie hat, ist nicht völlig abzusehen. Manche Experten fürchten eine dramatische Inflation, andere sind sich sicher, dass diese ausbleiben wird. Die bekannteste Inflation war die in den Jahren 1914-23. Aber sind derartige Szenarien auch heute denkbar?

Stimmen werden laut, die vor dem unvorstellbaren Schaden einer Inflation für die Weltwirtschaft sprechen, andere sind der Meinung, eine Inflation wäre eine Chance auf Besserung. Die Grundvoraussetzungen für eine Inflation sind tatsächlich gegeben: Insolvenzen in Betrieben aufgrund schlechter Auftragslage und hohe Arbeitslosenzahlen. Denn auch wenn die Politiker nicht müde werden, die immer geringeren Arbeitslosenzahlen zu loben: man sollte sich im Klaren darüber sein, dass es sich dabei um eine ganz klare Schönrechnerei handelt. Denn durch die neuen Gesetze, die im Lauf der letzten Jahre eingeführt wurden (siehe Hartz IV), stehen heute viele Menschen ohne Einkommen da; ergo sind sie auch aus der Arbeitslosenstatistik herausgefallen. Das heißt aber keinesfalls, dass es weniger Bürger gibt, die auf der Suche nach einem Ein- bzw. Auskommen sind.

Die Inflation ist, verständlicher ausgedrückt, eine Geldentwertung. Eine gewisse Inflation ist normal, und die momentane Teuerung von rund 2 % ist nicht besorgniserregend. Aber Experten befürchten, dass eine Inflation von rund 10 % normal werden könnte. Eine weitere Voraussetzung für eine solche Geldentwertung ist, dass mehr Geld als Waren vorhanden ist. Bei der letzten Inflation in Deutschland war dies eine Auswirkung des I. Weltkrieges und konnte nur mit einer Währungsreform gestoppt werden.

Generell kann man also die damalige Situation keinesfalls mit der heutigen vergleichen. Heute ist nicht ein Krieg vorausgegangen, sondern die risikobereiten Bankgeschäfte in den USA. Grundlegend kann in der heutigen Zeit ein Staatsbankrott schuld sein an der Geldentwertung, wie wir ihn in Griechenland erlebten. Die weltweite Finanzkrise führte in dem beliebten Urlauberland am Mittelmeer dazu, dass der Staat so gut wie pleite ist. Aber auch anderen Ländern ergeht es kaum besser. Da in solch einer Situation die Banken oft mehr Geld von den Schuldnern fordern, als zunächst festgelegt war, verlieren die Menschen zu Tausenden ihre Häuser und damit einen Teil ihrer Existenz.

Durch eine Inflation kann ein Staat günstig Schulden abbauen und so in gewisser Weise einen Neuanfang versuchen. Allerdings sind all diejenigen im Nachteil, die Bargeld besitzen, also auch die vielen Kleinanleger, die sich jetzt Sorgen um ihre Guthaben machen.

Günstig ist für die Bürger dann ein Umtausch des Bargeldes in Sachwerte, wie ein neues Auto oder auch ein Haus. Denn diese Sachwerte sind von der Inflation mehr oder weniger nicht betroffen. Wer dagegen hohe Schulden hat, verliert diese durch die Inflation, da die Kredite an Wert verlieren. Denn der Kredit steigt im Wert nicht. Beispiel: wer heute eine Finanzierung über 100.000 Euro hat, zahlt daran im Normalfall 10-20 Jahre ab. Kommt eine Inflation wie in den 20er Jahren, entspricht diese Summe eventuell einem Wochengehalt, mit dem man dann den Kredit abzahlen könnte.

Für Anleger, die weder an Immobilien noch an sonstigen Sachwerte Interesse haben, sind Aktien von guten Unternehmen oder auch Edelmetalle zu empfehlen. Auch diese verlieren ihren Wert keinesfalls komplett.

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