Welche Verwahrarten gibt es innerhalb eines Aktiendepots?

In einem Aktiendepot können sich nicht nur Aktien befinden, sondern viele weitere Wertpapiere, wie Fonds, Optionsscheine und Zertifikate können hier verwahrt werden. Aus dem Aktiendepot heraus werden dann auch die Depotbuchungen vorgenommen, sprich die Käufe, Verkäufe und Umbuchungen. All diese Buchungen verändern den Depotbestand, die geldliche Buchung durch die Käufe und Verkäufe wird allerdings über das Girokonto oder über das Referenzkonto verbucht. Auch wird ausschließlich über das Girokonto die Verbuchung von Dividenden und Zinsen vorgenommen, diese Gutschriften können nicht dem Aktiendepot gutgeschrieben werden.

Damit die Abwicklung der Wertpapierumsätze im Aktiendepot auch reibungslos vorgehen kann, ist die Verwahrart des Wertpapiers ausschlaggebend. Der eigentliche Unterschied ist die Rechtsstellung des Depoteigentümers im Bezug auf das Wertpapier. Auch die Rechtsgrundlage für die Verwahrung ist unterschiedlich.

In den folgenden Ausführungen wird nicht zu detailliert auf die Verwahrarten eingegangen, sondern es geht nur um einen groben Überblick.

Girosammelverwahrung
Die Girosammelverwahrung ist im Depotgesetz der rechtliche Normalfall, da sie sehr praktisch ist und die Depotverwaltung erleichtert. Bei dieser Verwahrung werden die Wertpapiere als Depotguthaben auf den unterschiedlichen Girosammeldepotkonten gesehen. Bei einem Kauf, Verkauf, oder Übertrag werden die Wertpapiere einfach nur umgebucht, ohne dass eine Bewegung zu vollziehen ist. Die Depotbestände auf den Aktiendepots der Kunden repräsentieren somit eigentlich nur den Eigentumsanteil an den gesammelt verwahrten Wertpapieren.

Einzelurkunde
Bei der Girosammelverwahrung von Einzelurkunden findet keine Zuordnung zum Eigentümer statt, sondern es wird ein Deckungsbestand vorgehalten, der anteilsmäßig aufgeteilt wird. Hierüber wird Buch geführt, um einen stückelosen Effektenverkehr zu ermöglichen. Somit werden bei einer Order keine effektiven Stücke bewegt, sondern es werden nur die Anteile am Deckungsbestand zugeordnet.

Sammelurkunde
Die Sammelurkunde wird auch als Globalurkunde bezeichnet. Bei seiner Girosammelverwahrung wird nur noch eine einzige Urkunde erstellt. An ihr erwerben die Anteilsinhaber dann einen Bruchteil. Das die veraltete Form der Urkunde überhaupt noch verwendet wird, ist aus historischen Rechtsgrundlagen gewachsen, wonach eine verkörperte Form erforderlich ist.

Streifbankverwahrung
Die Streifbandverwahrung wird gelegentlich auch als Sonderverwahrung bezeichnet. Bei ihr werden von einem Kunden effektive Stücke eingeliefert. Der Hinterleger hat einen Herausgabeanspruch auf dieselben effektiven Stücke, die er auch eingeliefert hat. Dies wird gewährleistet durch eine individuell ausgezeichnete Papierschleife, dem Streifband, welches diese Stücke von den restlichen Beständen trennt.

Neben diesen Verwahrarten gibt es noch die Wertrechte, geschlossenen Depots und Wertpapierrechte. Diese kommen aber sehr selten vor und werden daher hier nicht weiter beschrieben. In den meisten Fällen werden die Wertpapiere eh in der Girosammelverwahrung gelagert.

© s.media / pixelio.de